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Das HMDR-Protokoll: Kombination von Hypnose und EMDR

Das HMDR-Protokoll: Kombination von Hypnose und EMDR

Von Eli Sompo und Yael · 2026

Deutsches Therapeuten-Dashboard mit Video, Mikrofonsteuerung, Visuals, Musik, Umgebungsklängen und bilateralem Rhythmus
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HMDR-Protokoll, das Hypnose und EMDR kombiniert.

Eli Sompo und Yael, 2026

Das Protokoll ist für den Einsatz in der Traumatherapie, zur Lösung innerer Blockaden oder zur Vermittlung von Ressourcen und Fähigkeiten konzipiert. Einführung: Die neurologischen Wirkmechanismen und die Kombination in HMDR.

Wofür steht die Abkürzung HMDR?

HMDR steht für Hypnosis & Movement Desensitization and Reprocessing (Hypnose in Kombination mit Desensibilisierung und Aufarbeitung durch bilaterale Stimulation).

Wirkmechanismen im Gehirn: Hypnose vs. bilaterale Stimulation (EMDR)

Hypnose und EMDR wirken auf unterschiedliche Bereiche und Mechanismen im Gehirn und ergänzen sich dadurch gegenseitig:

  • Hypnose (Top-Down Processing): Wirkt über die aufmerksamkeitsorientierten Netzwerke im Gehirn, insbesondere über den Präfrontalen Cortex und den Anterior Cingulate Cortex (ACC). Sie ermöglicht eine Veränderung der Wahrnehmung, die Regulation des Default Mode Network (DMN), die Erhöhung der kognitiven Flexibilität und den Abbau kognitiver Widerstände. Die Anweisungen und Suggestionen fließen von oben (Kognition und Vorstellungskraft) nach unten (Körperempfindungen).
  • Bilaterale Stimulation / EMDR (Bottom-Up Processing): Wirkt direkt auf das limbische System, insbesondere auf die Amygdala (Angstzentrum) und den Hippocampus (Gedächtnisverarbeitung). Die rhythmische bilaterale Stimulation ahmt den Mechanismus des REM-Schlafs nach, belastet das Arbeitsgedächtnis (Working Memory) und senkt die Erregung des autonomen Nervensystems von unten (vom Körper und den Empfindungen) nach oben (zum denkenden Gehirn).

Warum ist die Kombination (HMDR) so effektiv?

Die Kombination erzeugt eine bidirektionale Synchronisation (Top-Down + Bottom-Up):

  1. Die Hypnose bietet schnellen Zugang zum Unterbewusstsein, tiefe Entspannung, Umgehung von Widerständen und eine kraftvolle Fähigkeit zur kontrollierten Dissoziation (wie Barrieren und Anker).
  2. Die bilaterale Stimulation verarbeitet aktiv die in der Amygdala gefangene neurologische Kopplung und löst sie auf.
  3. Die Kombination ermöglicht es, die notwendige emotionale Überflutung in voller Sicherheit zu erreichen, während das Trauma oder die Blockade schnell gelöst oder die Ressource ohne unkontrollierte Überflutung verankert wird.

Das vollständige HMDR-Protokoll (12 Schritte)

Anwendungshinweis: Das Protokoll ist für die Behandlung von Traumata, das Lösen innerer Blockaden oder die Vermittlung von Ressourcen und Fähigkeiten gedacht. In allen Phasen erfolgt die bilaterale Stimulation durch Butterfly Hug (Tapping) oder auditive Aktivierung (stereofone Töne), wobei der Patient seine Augen bei geschlossenen Lidern von Seite zu Seite bewegen kann.

Schritt 1: Schaffung eines sicheren Raums und Ressourceninstallation (Resource Installation)

Identifikation einer positiven Erinnerung, einer inneren Qualität, Resilienz oder eines sicheren Ortes. Der Therapeut leitet den Patienten an, sich voll mit den positiven Körperempfindungen und Emotionen zu verbinden.

  • Bilaterale Stimulation: Anwendung kurzer, langsamer Sets bilateraler Stimulation (Butterfly Hug oder Töne bei geschlossenen Augenbewegungen), um die Ressource im Nervensystem zu stärken, zu vertiefen und zu verankern.

Schritt 2: Installation des Kontrollwerkzeugs (Der Kompass-Anker / Der Regler)

Vor dem Zugriff auf komplexe Inhalte imaginiert und definiert der Patient einen inneren Anker – einen Kompass oder einen Regulationsknopf (wie einen Lautstärkeregler oder Intensitätsstufen). Das gezielte Bewegen des Reglers nach oben und unten wird im entspannten Zustand geübt, um ein Gefühl der vollen Kontrolle über die emotionale Intensität sicherzustellen.

Schritt 3: Hypnotische Induktion (Induction)

Führen des Patienten in einen hypnotischen Trancezustand durch eine Induktionstechnik nach Wahl (körperliche Entspannung, Atmung oder geleitete Imagination). Ziel ist der Übergang von Entspannung zu fokussierter innerer Aufmerksamkeit.

Schritt 4: Vertiefung der Trance durch bilaterale Stimulation (Deepening)

Verwendung von Vertiefungssuggestionen (wie das Hinabsteigen einer Treppe oder Rückwärtszählen) in Kombination mit einem sensorischen Element.

  • Bilaterale Stimulation: Anwendung bilateraler Stimulation in einem rhythmischen, ruhigen Tempo parallel zu den Vertiefungsanweisungen. Die Stimulation hilft, kognitive Widerstände abzubauen und den Trancezustand zu vertiefen.

Schritt 5: Aufbau und Verankerung einer starken Sicherheitsbarriere (Safety Shield Barrier)

Kritisches Ziel: Vermeidung unkontrollierter Überflutung oder Retraumatisierung des Patienten.

Anleitung des Patienten, in der Vorstellung eine kraftvolle Sicherheitsbarriere aufzubauen (wie eine Schutzmauer, eine gepanzerte Einweg-Glaswand oder eine undurchdringliche Energieblase), die ihn von dem Ereignis, der Blockade oder dem schwierigen Gefühl trennt.

  • Bilaterale Stimulation zur Verankerung: Anwendung langsamer, stärkender Sets bilateraler Stimulation, während die Widerstandsfähigkeit der Barriere geprüft und das Gefühl installiert wird, dass keine Erfahrung ihn hinter dieser Barriere verletzen kann.

Schritt 6: Zugriff auf das Trauma, die Blockade oder das Ziel (Targeting)

Hervorrufen des Zielereignisses, der hemmenden Blockade oder der Herausforderung aus dem Schutz der Sicherheitsbarriere und dem geschützten hypnotischen Raum heraus. Identifikation des zentralen Bildes, des negativen Gedankens und der begleitenden Körperempfindung.

Schritt 7: Überflutung und maximale emotionale Erlebnispunkte (Emotional Flooding)

Vollständige Erlaubnis und Anleitung für den Patienten, sich (durch die geschützte Barriere hindurch) direkt mit den schwierigen Emotionen zu verbinden – Schmerz, Trauer, Angst, Hilflosigkeit oder Wut. Der Patient wird aufgefordert, diese Emotionen aufsteigen zu lassen und die maximal mögliche Intensität (10 von 10) innerhalb des geschützten Raums zu erreichen, um das Lösen und Entladen der gefangenen Energie zu ermöglichen.

Schritt 8: Desensibilisierung und Verarbeitung durch bilaterale Stimulation (Desensitization)

Während die Emotion ihren Höhepunkt erreicht, wird die bilaterale Stimulation aktiviert.

  • Bilaterale Stimulation: Anwendung dynamischer Sets bilateraler Stimulation (Butterfly Hug oder Töne, bewegte geschlossene Augen) in schnellem oder variablem Tempo. Die Stimulation hilft, den Inhalt zu verarbeiten, die neuronale Erregung zu reduzieren und die Kopplung zwischen der Erinnerung/Blockade und der Stressreaktion aufzulösen.

Schritt 9: Regulation und Intensitätssenkung durch den Kontrollregler (Desensitization & Control)

Der Patient wird angeleitet, den in Schritt 2 installierten Regler oder Knopf zu benutzen. Der Patient entscheidet aktiv, wie weit er das Niveau von Schmerz, Trauer oder Angst senken möchte (z. B. von 10 auf 3 oder auf 0).

  • Bilaterale Stimulation: Parallel zum Herunterfahren des Reglers wird eine langsame, beruhigende bilaterale Stimulation aktiviert, um das Gefühl der Kontrolle und der sensorischen Reduktion in Gehirn und Körper zu fixieren.

Schritt 10: Integration von Erkenntnissen und Neubewertung (Reframing & Integration)

Hervorbringen neuer Erkenntnisse aus dem Unterbewusstsein nach dem Sinken der emotionalen Last. Der Therapeut bietet hypnotische Suggestionen zum Reframing (Neubewertung) des Ereignisses oder der Blockade an, die Lernen, Resilienz, Überleben und die Trennung von der Vergangenheit betonen.

Schritt 11: Installation positiver Überzeugungen und stärkender Ressourcen (Positive Installation)

Verbindung des Patienten mit einer positiven, stärkenden Überzeugung über sich selbst im Hier und Jetzt (z. B.: „Ich bin jetzt sicher“, „Ich habe die Kontrolle über mein Leben“, „Ich kann Erfolg haben“).

  • Bilaterale Stimulation: Anwendung kurzer Sets bilateraler Stimulation parallel zum Nachklingen der positiven Überzeugung, um das positive Muster zu stärken und neu zu vernetzen.

Schritt 12: Ausleitung aus der Trance, Erdung und Evaluation (Re-orientation & Closure)

Schrittweise Ausleitung aus dem hypnotischen Zustand (Zählen von 1 bis 5, Rückkehr zur vollen Wachheit, Strecken und Bodenkontakt).

  • Bilaterale Stimulation (nach Bedarf): Falls während der Ausleitung eine momentane Überflutung oder Unruhe auftritt, wird eine langsame bilaterale Stimulation zur schnellen Erdung angewendet, gefolgt von einem kurzen Nachgespräch und Reflexion im Wachzustand.