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Empathie und Flexibilität: Anpassung des HMDR-Protokolls für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Empathie und Flexibilität: Anpassung des HMDR-Protokolls für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Von Eli Sompo und Yael · 2026

Deutsches Therapeuten-Dashboard mit Video, Mikrofonsteuerung, Visuals, Musik, Umgebungsklängen und bilateralem Rhythmus
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Die therapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unter Verwendung des HMDR-Protokolls (Hypnose kombiniert mit bilateraler Stimulation) erfordert die Übersetzung klinischer Konzepte in eine entwicklungsgerechte, erfahrungsorientierte und spielerische Sprache. Bei Kindern ist die Verbindung zum Unterbewusstsein und zur Welt der Fantasie viel zugänglicher als bei Erwachsenen, gleichzeitig sind jedoch die Selbstregulationsfähigkeit und die Aufmerksamkeitsspanne kürzer.

Hier sind die zentralen Schwerpunkte, die praktischen Anpassungen und die Demonstration der 12 Schritte in einer altersgerechten Version.

Zentrale Schwerpunkte in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

  1. Erfahrungsorientierte Verankerung und Gamification: Abstrakte Konzepte wie „negative Überzeugung“ oder „Sicherheitsbarriere“ nehmen die Form von Superhelden, Kraftfeldern oder Charakteren aus Computerspielen (wie Minecraft oder Fortnite) an.
  2. Kurzes und dynamisches Tempo: Die Sets der bilateralen Stimulation sind kürzer. Körperliche Anzeichen (Bewegungen, Unruhe, Veränderung der Atmung) werden genau beobachtet, und es wird keine langanhaltende emotionale Überflutung angestrebt.
  3. Empfohlene Arten der bilateralen Stimulation:
  • Butterfly Hug („Schmetterlings-Taps“): Leichtes Klopfen auf die Schultern oder Knie (über Kreuz).
  • Fuß-Taps / Trommeln: Leichtes Rechts-Links-Trommeln auf die Knie oder auf spezielle Kissen.
  • Auditive Töne mit Kopfhörern: Spielerische Töne oder leichte Melodien, die von Ohr zu Ohr wandern, während die Augen geschlossen sind und sich bewegen.

Anpassung der 12 Schritte von HMDR für Kinder und Jugendliche

Schritt 1: Ressourceninstallation („Rekrutierung des Superhelden-Teams“)

  • Anpassung: Das Kind wählt eine Lieblingsfigur, einen magischen Ort oder eine besondere Kraft (z. B.: „Superman“, „treuer Wachhund“, „unsichtbare Blase“).
  • Bilaterale Stimulation: Langsame „Schmetterlings-Taps“, während das Kind sich die Kraft der Ressource vorstellt und auf das Gefühl der „Superkraft“ im Körper reagiert.

Schritt 2: Das Kontrollwerkzeug („Die Fernbedienung“ / „Der Volume-Slider“)

  • Anpassung: Anstelle eines abstrakten Kompasses wird das Bild einer TV-Fernbedienung, eines Joysticks oder eines Lautstärkereglers (Volume) verwendet. Das Kind übt, die Intensität gezielt „höher und niedriger“ zu stellen.

Schritt 3: Hypnotische Induktion („Fantasiereise / Auf einer Wolke schweben“)

  • Anpassung: Verwendung von Storytelling-Techniken, Anleitung zum Schweben auf einer magischen Wolke oder das Durchschreiten eines Zaubertors in eine stille innere Welt.

Schritt 4: Vertiefung der Trance („Fahrt im Zauberaufzug“)

  • Anpassung: Fahrt in einem gläsernen Aufzug oder Rutschen auf einer Rutsche, kombiniert mit Tönen oder Taps in einem langsamen, rhythmischen Tempo.

Schritt 5: Die Sicherheitsbarriere („Das Kraftfeld des Helden“)

  • Kritische Anpassung: Aufbau einer materiellen oder energetischen Barriere (wie „kugelsicheres Glas eines Raumschiffs“, „multigalaktisches Kraftfeld“).
  • Bilaterale Stimulation: Stärkung der Barriere durch langsame Taps, bis das Kind mit voller Zuversicht berichtet: „Nichts Störendes kann diese Mauer durchdringen“.

Schritt 6: Zugriff auf die Blockade / Erinnerung („Filmvorführung auf dem kleinen Bildschirm“)

  • Anpassung: Das Kind betrachtet das Ereignis oder die Angst durch das Kraftfeld hindurch auf einem kleinen Fernsehbildschirm oder durch ein umgedrehtes Fernglas, das die Situation verkleinert.

Schritt 7: Kontrolliertes Öffnen der Emotion („Den Drachen schreien lassen“)

  • Anpassung: Das Kind erlaubt dem emotionalen Ausdruck (Wut, Angst, Trauer), durch die Barriere hindurch aufzusteigen. Bei Kindern wird die Zeit der Überflutung viel kürzer gehalten, um eine Überlastung zu vermeiden.

Schritt 8: Desensibilisierung durch bilaterale Stimulation („Energie auflösen“)

  • Anpassung: Aktivierung schneller Sets von Schmetterlings-Taps oder Tönen. Dem Kind wird erklärt, dass das Klopfen die Angst oder Blockade in kleine Partikel „zerbröselt“, die verschwinden.

Schritt 9: Regulation durch die Fernbedienung („Lautstärke senken“)

  • Anpassung: Das Kind drückt in seiner Vorstellung auf die Fernbedienung und senkt die Stufe von Schmerz/Angst von 10 auf 2 oder auf 0.
  • Bilaterale Stimulation: Langsame, beruhigende Taps zur „Fixierung der niedrigen Lautstärke“.

Schritt 10: Reframing („Das Ende der Geschichte ändern“)

  • Anpassung: Das Kind fügt der Geschichte oder der Blockade stärkende Elemente hinzu (z. B.: „Die Angst wurde zu einer kleinen Ameise“, „Jetzt habe ich das Schwert des Helden“).

Schritt 11: Positive Überzeugung („Das Stärke-Abzeichen“)

  • Anpassung: Verankerung einer stärkenden Aussage (wie: „Ich bin mutig“, „Ich bin beschützt“, „Ich kann es schaffen“).
  • Bilaterale Stimulation: Kurze Schmetterlings-Taps, die das positive Gefühl im Körper fixieren.

Schritt 12: Ausleitung, Rückkehr in den Raum und Erdung („Sanfte Landung“)

  • Anpassung: Schrittweise Rückkehr (Zählen von 1 bis 3), Bodenkontakt, Augen öffnen und Abschluss mit einem kurzen Spiel oder einer Zeichnung zur vollständigen Erdung (Grounding).